Gottes Liebe empfangen („Kontemplatives Gebet“)

Oft ist unser Gebet voller Anliegen: wir bringen Konflikte und Probleme vor Gott und bitten ihn um Hilfe und Wegweisung. Unsere Gebete drehen sich um Arbeit, Ehe, Kinder, Gemeinde, Freunde, Menschen in Not, … Das alles sind gute, wichtige Gebete.

Aber manchmal möchte Gott einfach nur uns. Unser Herz. Unser Sein. Wir dürfen und sollen vor ihm und in ihm zur Ruhe kommen. Alle Wünsche, Sehnsüchte und Sorgen werden bei dieser Art des Betens langsam still … und es zählt nur noch Gottes liebevoller Blick und seine stärkende Anwesenheit. Nur in solchem Stillwerden erfahren wir, dass Gott uns annimmt, wie wir sind. Erst, wenn wir uns auf diese stille Weise von Gott lieben lassen, versteht unser Herz, dass unsere Sünden, unsere Doppelmoral und unsere Zerbrochenheiten keine Überraschung oder Bedrohung für Gott darstellen. Gott umfängt uns mit Güte und Freude. Sein Blick ist voller Wärme und Liebe.


Für solches Beten sind ein ruhiger Ort und einige ungestörte Minuten wichtig. Am besten, wir schließen die Augen, lassen alle Gedanken und Anspannungen los und stellen uns stattdessen Gottes liebevollen Blick vor. Hilfreich können Worte wie „Du bist mein geliebter Sohn/meine geliebte Tochter!“ (vgl Mk 1,11 und Röm 8,14) sein oder „Ich empfange deine Liebe“, denen wir in uns Raum geben. Wenn störende Gedanken kommen, lassen wir sie vorbeiziehen und kehren sanft zu diesen Worten zurück. Am Ende dieser Gebetszeit macht es Sinn, wenn wir uns ein paar Minuten nehmen, um aus der Stille aufzutauchen. Für viele ist es die perfekte Zeit, Gott innerlich ihren Dank auszusprechen und für Menschen zu beten, die Gottes Eingreifen brauchen.