Gebet und Glaube

In Markus 11 sagt Jesus zu seinen Jüngern: „Habt Glauben an Gott! Ich sage euch: Wenn jemand zu diesem Berg hier sagt: ›Heb dich empor und stürz dich ins Meer!‹ und wenn er dabei in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass das, was er sagt, geschieht, wird es eintreffen. Darum sage ich euch: Wenn ihr betet und um etwas bittet, dann glaubt, dass ihr es empfangen habt, und die Bitte wird euch erfüllt werden, was immer es auch sei.“ (Mk 11,22-24)

Herausfordernde Worte … die nicht missverstanden werden dürfen. Ein Missverständnis wäre: Glaube als Technik, um Gebetserhörung zu erreichen. Glaube ist aber keine Technik, sondern ein Beziehungsbegriff. Glaube bedeutet „Vertrauen“. Es geht hier also um die Frage, ob wir genügend Vertrauen, genügend Herzens-Zutrauen zu Gott haben, den wir im Gebet bitten.

Und Vertrauen zu Gott (wie auch zu anderen Menschen) können wir nicht „maschinell“ im Herzen herstellen: Vertrauen ist Beziehungssache. Nur dort, wo wir über längere Zeit in einer intensiven, persönlichen Beziehung zu Gott (oder einem Menschen) leben, kann sich Vertrauen entwickeln. Glaube entsteht also da, wo Gott uns begegnet – und wo wir uns für diese Begegnung öffnen. Glaube entsteht da, wo wir in der Bibel nach Gott forschen, ermutigende Bücher über ihn lesen und darüber, wie oft und was für große Gebete er schon erhört hat. Glaube entsteht da, wo wir es wagen, Gott einfach mal das Vertrauen auszusprechen – und dann erleben, dass Gott handelt, dass Gott tatsächlich liebevoll und zuverlässig ist, dass er zu uns steht und sich um uns kümmert.

Wenn wir uns nach mehr Glauben sehnen, dann können wir zwei Dinge tun. Zum einen: In die Beziehung mit Gott investieren. Und zum anderen: Gott bitten, dass er uns den Glauben stärkt. Dass er sich als vertrauenswürdig erweist, in Vorlage geht und so an uns handelt, dass wir merken: Gott existiert wirklich. Er liebt mich, kümmert sich und steckt voller unbegrenzter Möglichkeiten.