Einfach beten

Viele von uns tragen unterbewusst ein paar falsche Vorstellungen mit sich herum.

„Bevor ich wirklich zu beten anfangen kann, muss ich in meinem Leben erstmal aufräumen.“ – könnte so ein unbewusster Gedanke sein. Oder „Ich weiß so wenig über das Gebet. Keine Ahnung, wie so ein ‚richtiges‘, so ein ‚professionelles‘ Gebet eigentlich ausschauen müsste … Wie betet man eigentlich ‚gute‘ Gebete? Bevor ich das nicht weiß, brauch ich mit dem Beten gar nicht erst anfangen.“ Oder: „Eigentlich will ich ja nicht immer nur dann zu Gott beten, wenn er mir mal wieder aus der Patsche helfen soll. Aber irgendwie denk ich immer nur dann dran. Sollte ich dann nicht lieber konsequent sein und es ganz lassen?“

Und so warten viele von uns – ob bewusst oder unbewusst – auf den Zeitpunkt, an dem wir uns bereit fühlen, „richtige“ und „gute“ Gebete zu beten. Nur dass dieser Zeitpunkt niemals kommen wird. Die Wahrheit ist, dass wir das „perfekte Gebet“ niemals hinbekommen werden. Unser Leben wird nie ganz der Norm entsprechen und schön aufgeräumt und ordentlich sein. Wir werden nie so klug und so weise werden, dass wir das Gebet völlig verstehen und durchschauen. Unser Gebet wird nie völlig rein sein, es wird nie ganz frei von egoistischen Motive und unreinen Gedanken.

Aber Gott ist groß genug, um es mit dieser ganzen Mischung aufzunehmen. Wir müssen nicht strahlend sein, nicht rein oder voll des Glaubens. Wir müssen einfach nur anfangen zu beten. Nicht mehr und nicht weniger.