Anbeten

Anbetung ist Reaktion. Reaktion auf Gottes Reden oder Handeln. Wo immer wir Gott erfahren oder unser Herz Gott tiefer erkennt, entsteht als Reaktion eine Sehnsucht in uns: wir sehnen uns danach, Gott unseren Dank, unser Staunen und unsere Liebe auszudrücken. Unser Jubel darüber, wer Gott ist und was er getan hat, bricht aus uns heraus: in Worten, Liedern, Musik und Tanz.

Die Anbetung gibt es dabei sowohl in einer spontanen wie auch in einer geplanten Variante. Mit spontanem Lobpreis reagieren wir auf unmittelbare Gotteserfahrung oder Gotteserkenntnis: Gott bricht hinein in unser Leben, wir erfahren seine Gegenwart, seine Liebe, sein rettendes Eingreifen, seine Schönheit – und unser Herz bricht aus in Jubel und Dankbarkeit. Wir können und wollen gar nicht anders.

Zu Beginn des geplanten Lobpreises dagegen ist unser Herz häufig erst einmal kühl. Es ist umgeben von „normalem“ Leben und beschäftigt mit allerlei Alltagsdingen. Der Impuls zum Lobpreis geht in diesem Fall vom Kopf, vom Verstand aus, der sagt: „Egal ob du es gerade spürst oder nicht: Gott ist wunderbar und heilig und gütig! Gott ist es wert, angebetet zu werden! Also los, tu es einfach!“ In diesem Fall helfen uns Worte und Lieder, in denen Gott angebetet wird und in die wir mit kühlem Herzen „hineinsteigen“ – geleitet von der Sehnsucht und der Bereitschaft, uns ergreifen und mitreißen zu lassen von diesem Gottesjubel! Und genau das passiert dann oft auch: unser Herz „erwärmt“ sich. Freude, Friede und ein Gefühl von Heiligkeit stellen sich ein und aus einem anfangs kühlen, geplanten Lobpreis wird echte Herzensanbetung.